Diagnose

Magensäurereflux kommt in der Bevölkerung recht häufig vor, oft macht er keine größeren Probleme.

Manchmal macht er aber auch sehr unspezifische Probleme. Nicht jeder Refluxpatient hat Sodbrennen oder Magenschmerzen. Manche Ärzte schließen Reflux bei einem Schulkind auch von vornherein aus, weil Reflux sich doch angeblich immer bis zum 3.ten Lebensjahr verwachsen haben sollte.

Typische Beschwerden bei Magensäurereflux sind:

  • Sodbrennen
  • Magenschmerzen
  • Aufstoßen
  • ein ekliger Geschmack im Mund bzw. Mundgeruch
  • Übelkeit und Erbrechen

Bei Kindern sollte man an Magensäurereflux denken, wenn sie

  • als Baby häufig Spucken
  • oft Bauchschmerzen haben
  • nicht richtig an Gewicht zulegen
  • ständig heißer sprechen
  • oft trockenen Reizhusten haben
  • ständig Atemwegsinfekte haben
  • häufig Pseudokruppanfälle haben

Was wird gemacht?

Im Idealfall wird das Kind für ein paar Tage in eine Klinik eingewiesen, sodass alle Untersuchungen in einer Hand liegen.

Das wären zum Beispiel

  • pH-Metrie
  • Breischlucktest
  • Brochoskopie
  • Gastroskopie
  • Lungenfunktionstest
  • Schweisstest
  • Allergietests

 

pH-Metrie

Bei der pH-Metrie wird dem Kind durch die Nase ein dünnes Kabel durch den Kehlkopf und die Speiseröhre bis zum Mageneingang gelegt. Dazu ist keine Narkose nötig, die Prozedur tut nicht weh und ist nur im Rachen durch den Würgereflex ganz kurz etwas unangenehm. In dem Kabel sind pH-Messpunkte, die messen ob und wie weit saurer Mageninhalt die Speiseröhre hinausläuft. Der korrekte Sitz der Sonde wird durch Röntgen kontrolliert. Die Sonde bleibt 24 Stunden liegen, das Kind kann sich frei bewegen und normal essen. An die Sonde ist ein Aufzeichnungsgerät angeschlossen, dass die Größe eines Walkman hat. Ich empfehle einen kleinen Rucksack mitzunehmen, dort kann man das Aufzeichnungsgerät reinpacken und das Kind ist praktisch nicht mehr behindert. Das Ziehen der Sonde ist absolut problemlos.

Breischlucktest

Das Kind isst einen Brei mit Röntgenkontrastmittel. Währenddessen wird geröntgt und man kann sehen, wie die Passage in den Magen abläuft.

Bonchoskopie/Gastroskopie

Beide Eingriffe werden bei Kindern in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Arzt führt mit einem flexiblen Schlauch eine Kamera durch die Speiseröhre in den Magen bzw. die Luftröhre in die Lunge. Er kann sich den Mageneingang (die Cardia) und die Schleimhäute anschauen und so feststellen ob und wie stark diese Regionen durch Magensäure geschädigt sind. Es können Gewebeproben entnommen werden, die im Labor untersucht werden. Diese Untersuchungen sind für das Kind kaum belastend, es bekommt nichts davon mit. Natürlich ist die Vollnarkose eine gewisse Belastung.

Lungenfunktionstest

Bei der so genannten LuFu pustet das Kind in ein Gerät, dass das Lungenvolumen und das Atemvolumen misst. Man kann einem Kind diese Untersuchung gut als lustiges Spiel verkaufen.

Schweißtest

Bei diesem Test wird der Salzgehalt des Schweißes gemessen, der bei Patienten mit Mukoviszidose (cystische Fibrose) erhöht ist. Mukoviszidose ist eine Krankheit, die ähnliche Symptome wie der Magensäurereflux machen kann. Dem Kind wird eine runde Elektrode auf die Haut gelegt, die erhitzt wird und den entstehenden Schweiß aufnimmt.

Allergietests

Auch Allergien können ähnliche Probleme wie der Reflux machen. Oft wird als erstes der IgE Gehalt im Blut auf verschiedene Allergene getestet. Achtung! Ein erhöhter IgE Wert heißt noch lange nicht, dass man auch wirklich eine Allergie auf den jeweiligen Stoff hat! Es gibt noch Hautpricktests, bei denen das Allergen direkt auf die Haut aufgegeben wird; dieser Test ist schon aussagekräftiger. Am wichtigsten sind aber eigene Beobachtungen - wann und wie reagiert der Patient? Was hat er gegessen oder was war er dabei ausgesetzt?

 

Und dann?

Haben die Untersuchungen einen Reflux ergeben, dann hat man zwei Möglichkeiten dagegen vorzugehen:

Medikamente

Operation