Operation

Die Anti-Reflux-Operation heißt Fundoplicatio.

Bei der Fundoplicatio wird der obere Teil des Magens um die Speiseröhre gewickelt und vernäht. Gleichzeit kann der Spalt für die Speiseröhre im Zwerchfell verengt werden, falls dieser zu weit ist.  ein Photo vom Zwerchfellspalt

Es gibt zwei Methoden für diesen Eingriff:

* Die Fundoplikatio nach Nissen, bei der der Magen ganz um die Speiseröhre gelegt wird und ringfömig vernäht wird.

* Die Hemifundoplikatio nach Thal; dabei wird der Magen hufeisenförmig um die Speiseröhre vernäht.  ein Photo einer Thal Manschette

Bei Kindern ohne zusätzliche Probleme ist die Hemifundoplikatio besser geeignet, weil Kinder noch wachsen. Eine Manschette, die bei einem 4 Jährigen Kind passt, kann einige Jahre später zu eng sein und eine Nachoperation nötig machen. Durch das Hufeisenförmige Vernähen nach Thal bleibt eine Art Dehnungsfuge. Welcher Eingriff der individuell richtige ist entscheidet natürlich der Operateur. 

In der Regel wird für die Fundoplikatio der Brustkorb des Patienten geöffnet, was neben einer langen Heilungsphase auch bedeutet, dass  sich Vernarbungen zwischen dem operierten Bereich und dem Gewebe am Brustkorb bilden.

Es gibt einige wenige Operateure in Deutschland, die diesen Eingriff laparoskopisch durchführen und darin auch genügend Erfahrung haben. Bei dieser Art der Operation wird durch einen kleinen Schnitt im Bauchnabel ein Schlauch mit einer Kamera an den Magen geführt. Die Instrumente werden durch kleine Einschnitte unterhalb des Brustkorbes zum Magen gebracht (bei meinem Sohn waren 2 ca. 0,5 cm lange Schnitte). Die Heilungsphase ist sehr viel schneller als bei der herkömmlichen Methode und die ganze Belastung der OP nur ein Bruchteil.

Bei meinem Sohn hieß das konkret: Freitags die Operation, Samstag und Sonntag ging es ihm nicht gut, Montag Nachmittag war er wieder der alte und lief munter durch die Gegend.

Chirurgen, die am geöffneten Brustkorb operieren sagen, dass man die Manschette besser anpassen könne, wenn man den Magen und die Speiseröhre beim Eingriff in der Hand habe.

Wichtig ist einen Arzt zu finden, der genügend Erfahrung mit dieser Art der Operation hat. Dieser Eingriff ist nicht einfach und handwerklich sehr anspruchsvoll. Steht diese Operation im Raum, sollte man sich genau informieren und am besten mit bereits operierten Patienten  (bzw. deren Eltern) sprechen. Gute Operateure werden euch Kontakte vermitteln!

Ich weiß im Moment nur von zwei Chirurgen, die bei Kindern laparoskopisch eine Fundoplikatio vornehmen und damit auch schon genügend Erfahrungen gesammelt haben:

Professor Schaarschmidt vom Klinikum Berlin Buch

und

Professor Fuchs von der Universitätsklinik Tübingen

Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht auch noch andere Chirurgen gibt, die die gleichen Qualifikationen haben. Informationen bekommt man bei seiner Krankenkasse und der Kassenärztlichen Vereinigung.

Ganz Hartgesottene können sich hier eine Hemifundoplikatio nach Thal als Video oder DVD bestellen.